Jobsharing auf Leitungsebene

Zwei Juristinnen, zwei Führungskräfte, eine gemeinsame Stelle. Unsere Kolleginnen Christine Putzo und Almut Marchesi, wollten Kind und Karriere unter einen Hut bekommen und teilten sich darum eine gemeinsame Führungsposition. Wie das im Alltag funktionierte erfahren Sie im Interview, das die beiden Juristinnen der „woman&work“ gegeben haben.
Jobsharing auf Leitungsebene

Nach einer aktuellen Studie der Frauenzeitschrift „Brigitte“ zählt das Hessische Ministerium der Finanzen (HMdF) zu den 120 besten Arbeitgebern für Frauen. Christine Putzo und Almut Marchesi bestätigen dies. Sie leiteten das Finanzamt Offenbach am Main (ca. 300 Mitarbeitende) als Führungstandem. Hierzu haben wir sie kurz befragt.

Ihr arbeitet beide Teilzeit und habt euch bis vor kurzem eine Führungsposition in einem hessischen Finanzamt geteilt. Wie kam es dazu?
Wir haben uns unabhängig voneinander auf eine vom Finanzministerium ausgeschriebene Stelle beworben. Die Personalabteilung des Ministeriums fragte uns daraufhin, ob wir uns vorstellen könnten, die Aufgabe als Führungsduo zu übernehmen. Nach kurzer Bedenkzeit haben wir zugesagt.

Kanntet ihr euch schon vorher?
Ja, aber nur sehr flüchtig.

Gab es Bedenken gegen die Doppelbesetzung?
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in der Hessischen Steuerverwaltung großgeschrieben. Es gibt unzählige Arbeitszeitmodelle, Telearbeit ist weit verbreitet und dies wird von den Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt. Auf die Doppelbesetzung unserer Stelle haben daher viele positiv reagiert. Bedenken hinsichtlich längerer Abstimmungsprozesse untereinander konnten wir rasch ausräumen. Wir haben uns bemüht, Entscheidungen zügig zu treffen. Dies fiel uns auch deshalb leicht, weil die eine für die andere jeweils ein guter Sparringspartner war.

Wie war die Reaktion eurer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Finanzamt?
Allgemeines Feedback war, dass wir als Amtsleitung gemeinsam gut funktioniert haben.

Welche Vorteile seht ihr im Jobsharing?
Für uns persönlich war es eine tolle Möglichkeit, den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu nehmen und uns beruflich weiterzuentwickeln. Mit einer Arbeitszeit von 20 Wochenstunden hätte keine von uns alleine die Personalverantwortung für 300 Mitarbeitende übernehmen können. Auch der Arbeitgeber profitiert vom Jobsharing: Wir sind beide der Meinung, dass unsere Arbeit sich qualitativ noch verbessert hat. Zum einen, weil eine von der anderen nahezu spielerisch lernt, zum anderen, weil sich unsere unterschiedlichen Stärken gut ergänzen.

Weshalb hat das Jobsharing eurer Meinung nach bei euch beiden so gut funktioniert?
Wir haben sehr ähnliche Vorstellungen davon, wie man führen sollte, vollstes Vertrauen zueinander und das gleiche Werteverständnis.

Wie seht ihr eure Erfahrung im Nachhinein?
Beide empfanden wir es als großes Privileg, in der Führung einen gleichberechtigten Partner zu haben. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit und das Führen in einem Tandem hat uns große Freude bereitet.

(Quelle: women&work - CAMPUSdirect Ausgabe 2|2020)

   

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